Peach

Chanté Glover

Malerei

Peach

Chanté Glover

Malerei

Während der Black Lives Matters Proteste im Sommer 2020 habe ich mich intensiv mit der weniger bekannten Geschichte der Schwarzen in Amerika befasst.

Ich stieß auf eine beeindruckende Geschichte über Konzentrationslager, die in einer Schlucht namens „The Devils Punchbowl“ in der kleinen Stadt Natchez in Mississippi existierten, aus der meine Großmutter (eine Schwarze und amerikanische Ureinwohnerin) stammte.

Das, was ich entdeckte, hat mich tief bewegt und zu diesem Werk mit dem Titel "Peach" inspiriert.

Ich muss dieser Geschichte vorausschicken, dass ich bei meinen Nachforschungen nur einige wenige Quellen zur Geschichte der „Devils Punchbowl“ finden konnte, und einige Details sind umstritten. Die Tatsache, dass diese Lager existierten, nicht.
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Nach dem Bürgerkrieg machten sich befreite Schwarze auf den Weg nach Norden, um dort ein neues und sichereres Zuhause zu finden. Viele kamen durch die kleine Stadt Natchez in Mississippi, die am Fluss Mississippi und an der Grenze zu Louisiana liegt. Die Einwohner*innen-Zahl dieser überwiegend weißen Stadt stieg praktisch über Nacht von 10.000 auf 120.000. Da die Stadt nicht in der Lage war, den Bevölkerungsanstieg zu bewältigen, wandte sie sich an die nach dem Krieg noch verbliebenen Unionstruppen, um eine Lösung zu finden. Sie errichteten drei ummauerte Lager in einer Schlucht namens „The Devils Punchbowl“, um die Afroamerikaner*innen, die in die Stadt kamen, aufzunehmen. In den Lagern herrschten schreckliche Bedingungen, und Tausende von Männern, Frauen und Kindern starben aufgrund von Überbelegung, Krankheiten, Dehydrierung und Hunger. Sie durften die Verstorbenen nicht aus dem Lager schaffen und mussten sie daher dort begraben, wo sie ums Leben gekommen waren.
Irgendwann wurde das Lager geschlossen, und die Wände des Talkessels wurden von dichten, knorrigen Wäldern bedeckt. Inmitten des Waldes wuchsen wilde Pfirsichbäume, die auch heute noch das Talkessel besiedeln. Niemand kann oder will die Früchte essen, denn die dichten Wälder sind unübersichtlich, die umliegenden Klippen gefährlich steil und nicht zuletzt wegen der Geschichte, die unter der Erde liegt und die Wurzeln der Bäume nährt.
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Wenn ich diese Geschichte höre, stelle ich mir die Klängen von Billie Holidays 'Strange Fruit' vor, wilde Bäume, die ihre Blätter in einer toten Südstaatenbrise wiegen..

Wurzeln, die sich von Körpern ernähren, die wegen ihrer Reife zu früh gepflückt wurden, die nie altern oder süß werden durften.
Endlich frei… in der Gesellschaft und im Schutz von Gestrüpp, Kreaturen, Sonne und einem langsamen, großen und gewundenen Fluss.
Wilde Pfirsichhaine mit endlosen Reihen tief hängender Früchte, die schwer in der feuchten Sonne tropfen.
Knospende Düfte füllen das Talbecken
zur Süße herangereift
alt und vollbäuchig,
und schließlich
wenn sie bereit sind
auf die Erde zurückfallend
Unberührt
mit dem Alter weich
ganz
und frei.